Wo zwei oder drei...

Wenn ich Aussagen über den Bibelvers aus Matthäus 18,20 hörte, kam das bei mir meistens ungefähr so an: Gott liebt Gruppen und er liebt es, wenn Christen sich treffen in grosser Runde; wenn wir zusammen kommen und dann ist er in unserer Mitte. Und: Wenn wir zusammen als Gruppe am besten laut und mit viel Energie vor Gott für eine Sache einstehen, dann erhört er uns.


Klar, das ist etwas überspitzt, und doch klang das in meinen Ohren oft etwa so. Umso besser, dass ich vor kurzem diesen Bibelvers aus einer ganz anderen Perspektive sehen durfte. Mir ging plötzlich ein Licht auf: Gott ist mittendrin in introvertiertem Verhalten!

Weiter sage ich euch: Was auch immer zwei von euch auf Erden einmütig erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. Matthäus 18, 19-20

Gott liebt die Introvertierten! Ja, das wussten ich schon vorher. Aber Jesus drückt es in diesem Vers so schön aus und das hat mich fasziniert. Er spricht hier introvertiertes Verhalten an. Viele Introvertierte fühlen sich wohl in einer kleinen Gruppe. Für mich persönlich zum Beispiel ist eine angenehme Gruppegrösse drei bis höchstens fünf Personen. Ich bin auch sehr gerne einfach mit nur einer Person unterwegs, also zu Zweit. Da kann ich mich viel besser auf die Person konzentrieren, es ist persönlicher und qualitativ hochstehender, weil man tiefere Gespräche führen kann.

Und in diesem Vers geht es nicht darum, dass man im Gottesdienst mit vielen Menschen ein kraftvolles Gebet sprechen muss. Das ist auch ok, muss sein und hat seinen Platz. Aber hier habe ich das Gefühl geht es um die Qualität und Tiefe die in einer sehr kleinen Gruppe von Menschen vorhanden ist, wenn sie sich zusammen für ein Anliegen stark macht.


Ich bin sehr gerne allein, viele Introvertierte sind das. Aber das heisst nicht, dass wir Menschen nicht mögen. Auch wir wünschen uns Beziehung. Ich verbringe auch gerne Zeit alleine mit Gott, aber ich weiss um die Kraft die im gemeinsamen Nachsinnen über Gottes Wort und im gemeinsamen Gebet steckt. Aber ich darf dafür die kleine Gruppe von zwei bis drei Personen nutzen. Mit den Menschen mit denen ich mich wohl fühle, wo ich mich öffnen kann und zu denen ich vertrauen habe. In einem geschützen Rahmen, wo ich nicht ausgestellt bin, sondern mich gehalten und unterstützt fühle. Da ist Gott in unserer Mitte. Er, der es liebt mit uns in die Tiefe zu gehen. Er, der unsere Gedanken kennt, unser Herz und unsere ganze Persönlichkeit. Er der uns immer mit Liebe begegnet. Wenn wir dann als kleine Gruppe einmütig für ein Anliegen betend einstehen, wird Gott uns erhören.


Es macht mich so dankbar, zu wissen, dass Gott meine Vorlieben und Bedürfnisse kennt und diese auch berücksichtigt. Er weiss, was wir brauchen und wie wir es brauchen.

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