Warum ich keine Sprachnachrichten mag

- Gedanken zu verschiedenen Kommunikationsarten


Es ist noch nicht so lange her, dass ich benennen kann, warum ich Sprachnachrichten nicht mag: Ich habe keinerlei Vorahnung, was mich erwartet, bis ich die Nachricht abhöre. Das macht mich nervös. Da ich die Nachricht nicht immer gleich abhören kann (ich mach das z.B. nicht gerne im Zug, ich brauche dafür etwas Ruhe), steigert sich meine Anspannung und ich frage mich, was die Person mir wohl zu sagen hat. Oft hat man Hirn natürlich dann die Idee, dass es was Negatives sein wird. Ja, ich weiss, das ist für einige vielleicht nicht nachvollziehbar. Aber für mich ist es so. Das heisst aber nicht, dass man mir keine Sprachnachrichtne mehr schicken darf ;-).

Ich persönlich finde es zudem auch schwieriger auf Sprachnachrichten eine Antwort zu geben. Wenn die Nachrichten zu lange sind, vergesse ich bis zum Ende oft wieder, welche Fragen mir gestellt wurden und was ich Rückmelden sollte.

Selber eine Sprachnachricht aufzunehmen fällt mir schwer, weil ich mich beim Reden oft verhasple und dann viel zu viel spreche. Aber ich sehe den Vorteil, dass man nicht so viel eintippen muss, und nehme darum nun öfters Mal eine Sprachnachricht auf. Und ist wohl das Besten die Nachricht kurz & knackig zu halten ;-)


Meine favorisierte Kommunikationsform ist jedoch das Schreiben. Da kann ich mir Zeit nehmen und überlegen, wie ich etwas formulieren will. Ich muss nicht direkt eine Antwort oder Meinung abgeben, sondern kann mir zuerst meine Gedanken zu einer Frage oder einem Thema machen. Das heisst aber auch, dass ich meistens sehr viel Zeit brauche, bis ich einen Text fertig geschrieben habe ;-) Da eine lesende Person, das Geschriebene auch falsch verstehen kann, ist es mir wichtig, möglichst aussagekräftig und eindeutig zu schreiben. Durch das Schreiben, kann ich Dinge in meinem Innern prozessieren und festige dadurch auch meine Meinung. Wenn danach Fragen zu einem Statement kommen, habe ich weniger Mühe, dies nochmals sprachlich auszudrücken und zu verdeutlichen.

Am zweitliebsten mag ich das persönliche Gespräch, weil man sich in die Augen sehen kann und den ganzen Menschen mit Mimik und Gestik wahrnimmt. Man kann nachfragen, präzisieren und eine Denkpause ist besser aushaltbar, als Stille am Telefon.

Ihr merkt schon, telefonieren ist gar nicht mein Ding. Das mach ich überhaupt nicht gerne.


Wahrscheinlich können sich einige, vielleicht eher Introvertiere, mit meinen Gedanken identifizieren. Gerade introvertiere Menschen sind oft froh darüber, wenn sie sich Zeit nehmen können um ihre Gedanken zu ordnen, bevor sie sich äussern. Wenn sie in einem Gespräch, vor allem in einer Gruppe, sich nicht äussern, heisst das nicht, dass sie keine Meinung haben. Sie nehmen alles meist sehr detailiert auf, brauchen aber länger bis sie die Informationen verarbeitet haben. Sie machen sich meist sehr vertieft Gedanken über ein Thema. Darum habt Geduld mit einer ruhigen Person während einem Gespräch und drängt sie nicht, ihre Meinung direkt sagen zu müssen. Gebt ihr die Möglichkeit, sich auch später noch äussern zu dürfen.

Und wir Introvertieren dürfen lernen zu sagen, dass wir uns gerne Zeit nehmen würden um uns über diesen oder jenen Punkt Gedanken zu machen und später nochmals darauf zurückkommen werden.


In diesem Sinne wünsche ich gute Kommunikation!

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