Wanderweisheiten Teil 2

Fehlende Wegweise, steile Wege, sich verlaufen, dass kann einem alles passieren auf einer Wanderung. Diese Punkte habe ich in meinem letzten Beitrag zum Thema: Was mich das Wandern über das Leben lernt aufgegriffen. Heute möchte ich noch ein paar weitere Punkte beschreiben...


Der Weg ist voller Gestrüpp

Ich bin schon öfter auf Wegen gelaufen, wo ich zwar wusste, da bin ich richtig, aber der Weg war so überlagert mit Sträuchern oder hohen Gräsern. Da dachte ich oft, könnten die nicht den Weg etwas besser in Stand halten, die Bäume wieder mal schneiden, usw. Aber auch dies lernte mich eine Lebenslektion. Denn auch im Leben bin ich manchmal auf einem Weg, wo ich weiss, dass er richtig ist, aber es ist anstrengend. Und dann die Frage: wenn ich doch das Richtige tue, warum ist mein Weg dann trotzdem so anstrengend? Warum ist da immer noch ein Dickicht? Warum liegen denn hier immer noch Steine im Weg?

Ja, oft müssen wir uns durchkämpfen. Immer wieder ist es anstrengend und ich komme vielleicht dadurch auch nicht so schnell vorwärt, wie ich gerne hätte. Aber dies hilft mir auch, dass ich wirklich fokussiert bleibe. Wenn ein Weg nicht so einfach zu begehen ist, müssen wir viel aufmerksamer gehen, wir können nicht mit unseren Gedanken noch überall anders sein.

Das, glaube ich, ist auch im Leben so. Damit ich nicht abdrifte, muss ich mich auf das konzentrieren, was mir hilft auf meinem Weg zu bleiben und soll mich nicht von anderen Dingen ablenken lassen. Dann schlage ich mich durch das Gebüsch und bleibe fokussiert auf meinen Weg. Und je weiter ich gehe, um so stärker werde ich. Und mit der Zeit weiss ich auch immer besser, wie ich mit den verschiedenen Schwierigkeiten umgehen kann.


Mach mal Pause

Ich bin eine, die nicht so gerne Pause macht. Ich laufe lieber in einem Stück hoch auf den Berg. Dies vor allem, wenn ich alleine unterwegs bin. Da muss ich mir schon immer wieder mal sagen, dass ich meinem Körper auch eine Pause gönnen darf und soll.

Auch durch das Leben sollen wir nicht bloss hetzen wie getriebene Hunde. Unser Körper und unser Geist brauchen regelmässige Regenerationszeiten. Daher ist es gut und wichtig, sich immer wieder mal Zeit für Erholung einzuplanen. Vielleicht auch die Karte nochmals hervorzunehmen und zu schauen, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin. Oder einfach mal den Ort geniessen an dem ich gerade bin, sich einen Moment Zeit nehmen um durchzuatmen, Danke zu sagen. So werden wir auch wieder neu gestärkt für den nächsten Abschnitt, wo wir wieder gefordert werden.


Geniesse die Aussicht vom Gipfel

Wenn du was erreicht hast, dann geniesse es. Der Berg ist erklommen, ein Ziel erreicht. Das dürfen wir feiern, dass dürfen wir geniessen. Und Gott danken, dass er uns begleitet hat.


Der Abstieg

Das Besteigen eines Gipfels wird ja öfter mit dem Leben verglichen. Aber wenn ich wandere ist es ja oben nicht fertig. Ich gehe dann ja wieder nach unten, oder ich wandere weiter...

Kann man das auch mit den Leben vergleichen? Ich denke, das Leben ist ja nicht wie ein Höhen- oder Panoramaweg von wo aus man immer schöne Aussicht hat. Es ist ja meistens ein auf und ab. Die Gipfelerlebnisse in unseren Leben sind wohl eher die Höhepunkte, die wir erreichen. Eine bestandene Prüfung, ein besonderer Tag, auf den wir hingearbeitet haben, ein spezieller Erfolg, den wir erreicht haben. Und danach gehen wir wieder auf ein etwas tieferes Niveau und leben das 'normale' Leben. Daher würde ich meinen, der Abstieg ist nicht etwas schlechtes. Es braucht diese Zeiten im Wald, in einem Tal wo wir einerseits ausruhen können und andererseits zugerüstet werden für den nächsten Aufstieg. Manchmal haben wir vielleicht das Gefühl, dass es in den tieferen Lagen nicht so toll ist. Aber wir sind dort auch nicht so ausgesetzt wie auf dem Gipfel. Zuoberst auf einem Berg ist die Luft dünner, die Landschaft karger. Wir sind weniger geschützt von Wind und Wetter.

Unten im Tal fliesst das Wasser und die Wiesen sind grüner. Das Eine ist nicht besser, als das Andere. Jeder Ort ist wichtig und gut für uns. An jedem Ort können wir lernen und wachsen. Wir brauchen beide Orte, das Tal und den Gipfel und auch die Strecken dazwischen.


Möge Gott dich in deiner Wanderung durchs Leben begleiten. Mögest du, egal an welchem Ort du gerade bist, seine Nähe spüren und erkennen, was du an diesem Ort lernen kannst. Er führt dich und ER ist ein guter Kompass, auf den wir uns verlassen können, bei unserer Reise durchs Leben.


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