Das Leben gleicht einer Wanderung

Immer wieder, wenn ich auf einer Wanderung bin, geht mir dieser Gedanke durch den Kopf: das ganze Leben ist wie eine Wanderung.

Wir starten irgendwo und laufen los, mit einem Ziel vor Augen, welches wir erreichen möchten. Vielleicht haben wir recherchiert, wo wir durchlaufen müssen und haben eine Karte ausgedruckt. Vielleicht folgen wir den Wegweisern. Wir haben uns ausgerüstet mit Proviant, Regenschutz, Sonnencreme, und was jeder sonst noch so braucht. Und: wir freuen uns auf einen schönen Ausflug.


Doch auf dieser Wanderung können ganz verschiedene Dinge passieren. Ein paar davon werde ich hier aufzählen und sie mit Situationen aus dem Leben vergleichen. Weitere Situationen folgen in einem weiteren Eintrag.


  • Es gibt plötzlich keinen Wegweiser mehr:

Ich selber wandere meistens den Wegweisern nach. Doch fast jedes Mal passiert es, dass an irgendeiner Kreuzung kein Wegweiser mehr steht und ich nicht genau weiss, welchen Weg ich nun nehmen muss. Mit Smartphone und google maps kann man sich zwar heutzutage manchmal noch etwas orientieren. Aber Fakt ist, ich muss mich entscheiden, welchen Weg ich nun einschlage, auch wenn ich nicht genau weiss, ob es der Richtige ist.

Auch im Leben muss man manchmal Entscheidungen treffen, obwohl man nicht genau weiss, wohin einen diese Entscheidung bringen wird. Trotzdem muss man einfach mal loslaufen. Denn stehen bleiben ist keine Option, wenn du weiterkommen willst.


  • Zwei Wege führen ans gleiche Ziel:

Oft kommt es auch vor, dass an einem Punkt zwei Wegweiser das gleiche Ziel anzeigen, aber in unterschiedlicher Richtung. Manchmal steht dazu noch die Zeit, oder eine kurze Beschreibung zum Weg; wie z.B. steil, ausgesetzt, Kinderwagen tauglich. Auch dies ist eine Entscheidungsfrage, welchen Weg ich nehmen will.

Für Vieles im Leben gibt es verschiedene Wege um ans Ziel zu kommen. Die Frage ist, welcher Weg ist für mich geeignet oder welcher Weg passt zu mir. Nicht immer ist z.B. der schnellste Weg der Beste.


  • Ich verlaufe mich:

Schon oft habe ich mich auf einer Wanderung verlaufen, der Weg ging plötzlich nicht mehr weiter, ich bin irgendwo im Wald stecken geblieben oder an einem Ort gelandet wo ich gar nicht hinwollte.

Manchmal heisst das Umkehren, den Weg wieder zurücklaufen, bis ich wieder an dem Punkt bin, wo ich den falschen Weg genommen habe, damit ich dort den richtigen Weg nehmen kann.

Manchmal heisst das, einen Umweg in Kauf nehmen. Ich habe zwar gemerkt, dass ich falsch gelaufen bin, aber habe vielleicht auch herausgefunden, dass ich doch noch ans richtige Ort kommen kann. Ich muss sozusagen das Navi neu konfigurieren.

Oder ich muss mich mit dem neuen Ort, an dem ich gelandet bin abfinden, vielleicht mein Ziel ganz neu definieren, eine Pause einlegen oder meine Wanderung abbrechen.

Auch im Leben habe ich schon öfters einen Umweg gemacht. Ich musste z.B. die Aufnahmeprüfung für mein Physiostudium wiederholen. Dass hiess, dass ich ein zweites Zwischenjahr machen musste. Auch ein Praktikum musste ich, aufgrund eines Unfalls, wiederholen. Ich brauchte also etwas länger bis ich an meinem Ziel, dem Abschluss des Physiostudiums, angelangt war. Ich konnte dadurch aber auch mehr Erfahrungen sammeln. Ein Umweg im Leben ist nicht immer schlecht. Während eines Umwegs können wir wachsen.


  • Der Weg ist steil und schwierig:

Es ist schön, über grüne Wiesen zu schlendern oder auf breiten Wegen zu laufen. Aber in den Bergen und vor allem, wenn man hoch hinauf will, wird der Weg irgendwann anstrengender und schwieriger. Manchmal sogar angsteinflössend. Es braucht Ausdauer, gute Koordination, Trittsicherheit und Mut. Ich muss meine Augen auf das Ziel gerichtet halten und ich muss wissen, dass ich zu diesem Ziel kommen will. Wenn ich weiss, dass ich auf dem richtigen Weg bin, dann gehe ich einen Schritt um den anderen und lasse mich nicht von den Schwierigkeiten ablenken.

So ist es auch im Leben. Lass dich nicht von Schwierigkeiten ablenken, wenn du weisst, dass du das Richtige tust. Auch wenn ich weiss, dass ich auf dem richtigen Weg bin, überkommen mich manchmal Zweifel. Ängste schleichen sich ein. Es ist doch nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt habe. Der Gipfel scheint noch so weit weg. Doch mit jedem Gipfel, den ich bezwinge, mit jeder Angst, die ich überwinde, steigt mein Vertrauen, dass ich den nächsten Berg auch schaffen werde. Meine körperliche Fähigkeit nimmt zu und auch meine mentale Einstellung verändert sich.

Herausfoderungen und Schwierigkeiten können einem stark machen, wenn man weiss, dass man auf dem richtigen Weg ist. Ich bin nicht dafür, dass man sich überfordert. Aber (heraus)gefordert zu werden ist gut. Wenn ich auf dem Weg meines Lebens wachsen will, dann muss ich mich mit meinen Ängsten auseinandersetzen und mich denen stellen, welche mich daran hindern, weiterzukommen.


Und wenn ich dann oben angekommen bin, wenn ich etwas in meinem Leben überwunden habe, überwiegt die Freude an dem, was ich geschafft habe. Und an der schönen Aussicht ;-)


2 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Getragen

© 2021 by klangvoll. Proudly created with Wix.com

  • Facebook
  • Instagram